Messung der Bremsflüssigkeit

03.11.2004

Die Messung der Bremsflüssigkeit ist zwar obligatorisch,
die Geräte sind aber nur bedingt aussagekräftig.

Nach der 1. Novelle der PBStV (April 2001) und der Neufassung des
Mängelkataloges 2001 gab es in den vergangenen Jahren zahlreiche
Diskussionen darüber, auf welche Weise bei der wiederkehrenden
Begutachtung gem. § 57a KFG der Zustand der Bremsflüssigkeit zu
prüfen ist.
Der Bogen reichte von der bloßen Sichtprüfung bis zur exakten Messung
mittels speziellen Messgeräten.
Letztendlich hat man sich dann auf die Variante geeinigt, dass bei
Fahrzeugen bis 3,5t höchstem zulässigen Gesamtgewicht ein
Messgerät nur „optional“, somit nicht in allen Fällen verpflichtend,
eingesetzt werden musste.
So war es dann auch bisher in der Anlage 2a PBStV und im Kommentar
des Mängelkatalogs zur Prüfposition 1.1.10
(bzw. 621 nach dem alten System) verankert.
Mit dem Inkrafttreten der 2. Novelle der PBStV ab 1.3.2004 hat sich
diesbezüglich eine Änderung ergeben, die auch in der nunmehrigen
Neuauflage des Mängelkatalogs selbstverständlich berücksichtigt wurde.
Folgende Mängelbeurteilungen gelten nunmehr:
• Leichter Mangel, wenn
Siedepunkt niedriger als 180° C/Wassergehalt größer als 1,5 %*
• Schwerer Mangel, wenn
Bremsflüssigkeit offensichtlich verschmutzt oder unbrauchbar
Siedepunkt niedriger als 150° C/Wassergehalt größer als 2 %*

Im Vordergrund der Diskussion hinsichtlich eines sinnvollen
Einsatzes von Messgeräten zur Prüfung der Bremsflüssigkeit
steht jedoch das alt bekannte Problem, dass es für ein
einwandfreies Messergebnis wesentlich ist, an welcher Stelle
des Bremssystems die Flüssigkeitsprobe entnommen wird.
In aller Regel steht aber nur der Vorratsbehälter zur Verfügung,
denn alle Probenentnahmen an anderen Stellen wären mit derart
erheblichen Rüstzeiten verbunden, die den Rahmen einer
wiederkehrenden Begutachtung eindeutig sprengen würden.
Gerade aber eine Probenentnahme aus dem Vorratsbehälter ist
bekanntlich hinsichtlich des wahren Zustandes der
Bremsflüssigkeit im gesamten System nicht immer aussagekräftig,
da vor allem im Bereich der Radbremszylinder aufgrund möglichen
Diffundierens von Wasser (Aufnahme über Bremsleitungen)
der Messwert um einiges schlechter als im Vorratsbehälter sein kann.
Trotzdem gilt nunmehr im Rahmen der Verkehrs- und Betriebssicherheit
der Leitsatz: Besser irgendein Messergebnis als gar keines.

Autor:
Redaktion KFZ Wirtschaft